Mittwoch, 21. Oktober 2015

Mit der Indischen Eisenbahn nach Bikaner


Gestern konnte ich nichts posten, weil in unserem Hotel keine Internetverbindung möglich war.

Wir sind gestern morgen in den Zug von Dehli nach Bikaner eingestiegen. Dann gings es 8 Stunden lang nach Bikaner am Rande der Wüste Thar. In diesem Zug gibt es keine erste Klasse, sondern maximal 2 Klasse mit Air Condition,
Das sind Liegeabteile, in denen maximal vier Personen sind.










Der Waggon war zwar alt aber recht sauber. Während der langen Fahrt kamen wir ins Gespräch mit unseren Mitreisenden, die sich mit uns über Deutschland und Indien und über unsere Reise unterhalten wollten. Sie boten uns Obst und selbstgemachte indische Schmankerln an.

 Der Ingenieur Sanjiv

Sanjivs Frau Tameera

 Der kleine Saidan

 Der Manager Sameer

Saidans Opa Mukesh

Der Zug fuhr übrigens pünktlich ab und kam 8 Minuten vor der Zeit an.

Warnung!

Wer es jetzt nicht ertragen kann, wie ich ein wenig auf den Busch klopfe, möge bitte den Blog verlassen.

Wir fuhren dann in Bikaner zu unserem ersten Heritage Hotel, dem Laxmi Nivas Palace, wo heute noch die Familie des Maharadschas lebt.
Wenn ich vom Park Hotel in Delhi keine Bilder gepostet habe, dann weil es ein gesichtsloses 5* Hotel ist.

Dieses Hotel hingegen ist ein paar Bilder wert.

Weil wir anders als die anderen Gäste drei Nächte bleiben, bekamen wir als kostenloses Upgrade die Maharadscha Suite: zwei riesige Säle mit Ankleidezimmer und riesigen Bad, dazu eine mehr als 200 qm große Terrasse.
Zugegeben, die Möblierung ist etwas plüschig, aber so wohnen die Rajas vielleicht.

 Der Laxmi Nivas Palast

Der Innenhof des Palastes

Der Billard Salon mit Tigerfellen an der Wand

Der Wohnraum unserer Maharaja Suite 

In einem Palast gibt es ein amtliches Türschloss und keine elektronische Key-card



Dienstag, 20. Oktober 2015

Zwei Deutsche Hutträger als Sehenswürdigkeit im Red Fort

Gestern Nacht habe ich Gerlind vom Indira Gandhi Airport abgeholt. Der Taxifahrer wollte warten, um auch die Rücktour mitzunehmen, er wollte aber wohl die Parkgebühren sparen. Er gab mir seine Handynummer und sagte, ich solle kurz anrufen, wenn Gerlind durch die Passkontrolle durch ist, und dann würde er uns gleich einsammeln.

Ich stellte beim Kontrollanruf fest, dass das Roaming nicht funktionierte, obwohl ich ein Willkommens-SMS von airtel India bekommen hatte. Es gelang mir auch nicht, auf ein anderes Netz umzuschalten. Ich war gerade stinksauer, da zog der gute Mann ein zweites Handy aus der Tasche, das er mir gab, damit ich ihn dann damit anrufen konnte.

Tja, genau was man vorher so über Indien gehört hat. Es passiert vieles nicht so wie vorher geplant, aber am Ende hat es irgendwie funktioniert.



Im Hotel konnte ich dann ein anderes Netz auswählen und nun kann ich wieder telefonieren.

Heute Morgen stellte sich dann leider heraus, dass die arme Gerlind durch den langen Flug und die abrupte Klimaänderung leider Migräne bekommen hat.
Wir haben es daher heute ruhig angehen lassen und haben lange im Park des Red Fort im Schatten eines schönen alten Baums gesessen und dem Treiben dort zugeschaut. Es ist dort schön ruhig, während Delhi sonst sehr laut ist.

Mit unseren schönen Strohhüten waren wir bald die nächste große Sehenswürdigkeit im Red Fort und zahlreiche Inder baten uns, sich mit uns fotografieren zu lassen.

Natürlich habe ich auch viele Bilder von all den freundlichen und fröhlichen Indern und Inderinnen mit Gerlind gemacht.


Gerlind trägt ihren Hut und die Mädels sind noch etwas schüchtern


Der Hut wechselt zu einem indischen Mädchen und plötzlich posieren alle wie Filmstars



Die Fotoshootings machten offensichtlich jedem Spaß!! :-)

Auch Babies sollten mit Gerlind fotografiert werden



Ein Kleinkind mit dunklen Cayal-Augen







Montag, 19. Oktober 2015

Das Minarett der Jama Masjid

Der heutige Tag war nicht so abenteuerlich wie der gestrige. Es gibt keine weiteren Abzockversuche zu vermelden.

Morgens bin gleich zur großen Moschee Jama Masjid gefahren, der Freitagsmoschee, die die größte Moschee in Asien ist mit Platz für über 25000 Betende.

Dort nahm mich gleich ein alter Mann im Empfang, nahm meine Schuhe und trug sie für mich. Er zeigt mir in reiner Zeichensprache die besten Plätze zum Fotografieren. Er sprach kein Wort Englisch und gab nur seltsame Laute von sich, die ich überhaupt keiner Sprache zuordnen konnte. Er kommunizierte auch mit den anderen Indern dort nur nonverbal. Aber er kannte sich sehr gut aus auf dem Gelände der Moschee und zeigte mir stets, wo ich etwas besonderes sehen konnte.

Mein wortkarger Führer mit meinen Schuhen


 Aber Fotografieren konnte er schon

Wie man sieht, hat diese wunderschöne Moschee zwei große Minarette. Auf das linke Minarett kann man raufsteigen und hat dann einen tollen Ausblick über Old-Delhi. Das habe ich getan.
Der Turm ist ca 60m hoch und es führt eine sehr enge Wendeltreppe da hinauf. Zwei Mal musste ich wieder einige Meter absteigen bis zu einer Fensternische, weil die runterkommenden Leute und ich nicht aneinander vorbeikamen.
Draußen auf dem Platz waren 37 Grad im Schatten. Allerdings war da kein Schatten, dafür in der Sonne über 40 Grad. Und im Innern dieses Treppenhauses waren bestimmt 50 Grad und keinerlei Luftzirkulation. Drei Fenster irgendwo und einige wenige ziegelsteingroße Lüftungslöcher. Mit anderen Worten, ich fand den Aufstieg sauanstrengend und musste ganz schön kämpfen, um da elfengleich hochzuschweben. Aber der Ausblick von oben war sehr lohnend!

Durchgeschwitzt und knallrote Birne: Nach dem Aufstieg auf das Minarett

Ausblick von oben auf das Red Fort in der Ferne

Ausblick von oben auf Old-Delhi
Ausblick von oben auf das Strassengeschehen in Old-Delhi

Kleine Jungs lassen sich wohl überall gerne fotografieren
elegante Inderinnen in traditionellen Saris




Sonntag, 18. Oktober 2015

Abenteuer in Delhi

Ich habe mich heute durch Delhi treiben lassen und dabei allerhand erlebt, wovor die Reiseführer warnen.

Ich verliess das Hotel, um zu Fuß zum zentralen Platz in Neu Delhi zu gehen, zum Connaught Place. Unterwegs sprach mich ein junger Inder an, der sehr gut Englisch sprach, und verwickelte mich in ein Gespräch.

Und während wir uns so unterhielten, eröffnete er mir, dass ich heute nicht zum Connaught Place gehen könne. Es wären Streiks und eine große Demo wäre zu befürchten mit großen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Ob man mich denn nicht im Hotel gewarnt habe?

Ob ich denn da vorne nicht schon die große  Menschenmenge sehen würde und die viele Polizei? Ooh, es wären in den Tumulten schon viele Touristen zu Schaden gekommen. Übrigens genau, wovor das Auswärtige Amt warnt.

Also er würde einen ganz tollen Basar kennen, nicht weit von hier, eine absolute Top-Sehenswürdigkeit, ein Wahnsinns-Geheimtipp usw usw..

Der Kerl war lästig wie eine Schmeissfliege. Er wich mir nicht von der Seite und kaute mir eine Viertelstunde ein Ohr ab.

Mittlerweile waren wir am Connaught Place und von Tumulten keine Rede.

Aber um den Typ loszuwerden, bin ich auf seinen Vorschlag eingegangen und habe mich in ein Tuk-Tuk gesetzt, bei dem er mit dem Fahrer ausgemacht hatte, dass der mich für nur 10 Rupien (15 Cent) zu diesem Basar fahren solle. So einen Preis bekommt man als Tourist hier sonst nicht.

Ich hatte ja nichts Besonderes vor und für das bisschen Geld eine abenteuerliche Fahrt mit dem Tuk-Tuk durch den völlig verrückten Verkehr von Delhi, warum nicht?



Tuk-Tuks dicht an dicht

Die Tuk-Tuks sind totale Schrottlauben und im Verkehr kommen sie sich laut hupend immer recht nahe.

Der supertolle Basar war ein einzelnes großes Geschäft für Kunstgewerbe, Teppiche und Souvenirs. Wahrscheinlich völlig überteuert. Von Basar keine Rede.

Als ich nach fünf Minuten wieder da raus ging, hatte ich mich entschieden, zum Red Fort zu fahren, Delhis größter Sehenswürdigkeit. Der Tuk-Tuk Fahrer von eben und auch die anderen Tuk-Tuk-Fahrer, die alle herumlungerten, erklärten mir wort- und gestenreich, dass wegen der Streiks und Demos und Tumulte das Red Fort wahrscheinlich geschlossen wäre. Und ausserdem bereite man dort die großen Festlichkeiten für ein große Hindufest in dieser Woche vor.

Aber bei der Staatlichen Indischen Tourismusbehörde könne man mir genau sagen, ob und wann das Red Fort geöffnet habe.

Und auf einem Stadtplan, den ich vom Hotel hatte, zeigte mir die Bande das dort eingezeichnete Tourist Office mit der Adresse 88 Janpath. Und gerade heute morgen hatte ich im Lonely Planet gelesen, dass das einzige staatliche Tourismusbüro genau diese Adresse hat. Und das viele andere Agenturen nur behaupten, staatlich zu sein.

Also fuhr mich der Typ wieder für erstaunlich niedrige 10 Rupien dorthin.
Die Fahrt dorthin war wieder sehr unterhaltsam.

Wir kamen dann tatsächlich vor einem Gebäude an mit einem großen Schild: 88 Janpath, Governmental Indian Tourist Office. Allein, wir waren in einer kleinen heruntergekommenen Gasse, während der Stadtplan den Eindruck erweckte, dass 88 Janpath an einem großen Boulevard liegen müsste. Holzauge, sei wachsam!

Da drin war ein sehr vertrauenswürdig erscheinender Inder, der gerade eine Australierin bediente. Nun bediente er halt zwei Kunden.
Nein, da sind keine Streiks! Alles Gauner da draussen, bloss niemanden trauen. Natürlich ist das Red Fort geöffnet.

Und dann: ob ich denn schon alle Bahnfahrkarten habe, ob er mir nicht tolle Hotels buchen solle, und besser noch, alles stornieren, alle neu bei ihm buchen.
Er kenne die besten Hotels in Rajasthan und deren Manager usw. usw.

Währenddessen bemerkte die Australierin, dass die VISA Quittung für ihre Flugbuchung, die sie in dem Schuppen gemacht hatte, einen völlig falschen Betrag aufwies.

Nachdem das korrigiert wurde, sind wir beide da aus der Betrügerbude geflohen. Unnötig zu sagen, dass von den Tuk-Tuk-Fahrern vor der Tür uns keiner günstig zum Red Fort fahren wollte.

Ich liess mich von da weiter durch die Stadt treiben und gelangte zu Fuß wieder zum Connaught Place.

Da bin ich dann Opfer des nächsten Gaunertricks geworden, vor dem der Lonely Planet warnt.
Ein junger Inder verwickelte mich wieder in ein Gespräch, aber ich beachtete ihn nicht besonders lange und ging weiter.
Dann machte mich der Komplize darauf aufmerksam, dass ich Scheisse auf dem Schuh habe. Hat mir doch tatsächlich so ein Ganove eine tüchtige Portion Scheisse auf den Schuh gespritzt, während ich kurz abgelenkt war. Nein, und das waren auch nicht nur zwei kleine Spritzer, das war eine wirklich ekelhaft große Portion SCHEISSE!!!! :-((

Nun stand der freundliche dienstbare Geist bereit, meinen Schuh zu reinigen.

Gut, dass ich heute morgen noch gelesen hatte, dass in einem solchen Fall leider ein Vermögen für die Schuhreinigung verlangt wird, NACHDEM sie beendet ist, so 100$. Und die Ganoven werden dann unangenehm, wenn man nicht bezahlt.
Also tat ich, was der Reiseführer empfahl. Ich ignorierte die Typen, die noch schimpfend hinter mir herzogen und säuberte meinen rechten Schuh dann notdürftig mit Taschentüchern. Eben im Hotel ist er dann richtig gereinigt worden.
Ein indischer Passant meinte, ich hätte das richtig gemacht und ich solle mich vor solchen Gaunern vorsehen.
Nun setzte ich mich in ein Tuk-Tuk, um zum Red Fort zu fahren.


Drauf geschissen: der notdürftig gesäuberte Schuh

Das Red Fort ist die größte Sehenswürdigkeit von Delhi. Shah Jahan (derselbe Mogulkaiser, der das Taj Mahal erbauen liess) liess diese große Festungs- und Palastanlage im 17. Jahrhundert bauen.

Kilometer lange 20 m hohe rote Mauern, imposante Festungstore, in denen sich kleine Basare befinden. Und im Innern eine Parkanlage mit Pavillons aus Marmor und Palästen.
Früher war alles viel prächtiger, der berühmte Pfauenthron wurde von den Persern entführt, als diese die Mogulkaiser irgendwann mal besiegt haben und diente dann den persischen Schahs als Bürostuhl. Aber die gibt es ja auch nicht mehr.

Das Lahore-Tor, das einen zweistöckigen Basar beherbergt



Marmorpavillon im Red Fort

Und so könnte es ausgesehen haben, wenn der Mogulkaiser vor seiner Hütte stand (beispielhafte Abbildung)



Auf dem großen Gelände des Red Fort leben heute noch einige Exemplare des seltenen und gefährlichen Bengalischen Tigers (gut zu erkennen an seinem auffällig gestreiften Fell)
 Nachdem ich das Red Fort verlassen hatte, überredete mich ein Fahrradrikschafahrer, mich von ihm durch Old-Delhi zu kutschieren zu lassen. Die Fahrt war noch irrer als die mit dem Tuk-Tuk. Der Gute Mann kam auch ganz schön ins Schwitzen und ich hab ihm ein ordentliches Trinkgeld gegeben, aber er hatte sich mich ja selber als Passagier ausgesucht.









Samstag, 17. Oktober 2015

Die Geissens in Indien

Der erste Blogeintrag aus Indien!!

Als ich gestern Morgen ins Flugzeug stieg, dachte ich, die Geissens wären mit an Bord, aber es waren andere Menschen, die sich genauso gaben.

Eine Frau so um die 50, aufgetakelt wie eine 20 jährige für die Dorfdisko und die schon sichtlich mehrere Besuche beim Schönheitschirurgen hinter sich hatte und ein gleichaltriger Mann, der sich genau so bizarr und absurd pseudojugendlich gekleidet hatte wie ROOOOOBERT! Ich hätte die beiden eigentlich fotografieren müssen, aber der Apparat war verstaut.

Und die beiden hatten auch die gleichen Umgangsformen. Unfassbar!

Schon im Flughafengebäude von Delhi dachte ich, es wäre sehr warm, aber da war es ja klimatisiert. Als ich dann auf die Straße ging, um zum Taxi zu gehen, traf mich der Schlag. Nachts um 2.00 Uhr noch 30 Grad, ziemlich schwül und schlechte Luft.

Die Taxifahrt war abenteuerlich, der Kerl fuhr wie der Teufel und mitten in der Nacht noch irre viel Verkehr. Verkehrsregeln scheinen hier unbekannt zu sein.
Wahnsinn!

Im Hotelzimmer der nächste Klimaschock, die Klimaanlage hatte das Zimmer auf gefühlte 5 Grad gekühlt. Sofort aus das Ding! Später im Bett habe ich zunächst noch gefroren.

Ich wollte nach der langen Anreise noch ein Schlafbier trinken und ging in den Nachtclub des Hotels.

Sehr sehr lauter Bollywood-Pop und lauter junge Inder am Tanzen. Ziemlich ausgelassene Stimmung, fast so, wie man das aus Bollywood-Tanzszenen kennt.
Und ständig kamen neue Leute rein, es war ziemlich voll.

Und die eigentliche Überraschung war, das die Männer und Frauen jeweils auf einer Seite der Tanzfläche getrennt voneinander abhotteten. Andere Länder, andere Sitten!

So! Jetzt ist aber genug gebloggt! Ich muss los, Delhi wartet auf mich!

Freitag, 16. Oktober 2015

Abenteurerin

Tja, wie das Leben manchmal so spielt.
Nun werde ich doch nicht alleine nach Indien fahren.
Überraschenderweise hat Gerlind mich gefragt, ob sie mich begleiten kann und dann kurzentschlossen alle Impfungen machen lassen, schnell noch einen Flug gebucht und ein Visum besorgt.

Jetzt reise ich in Begleitung einer erfahrenen Weltenbummlerin und Abenteurerin. Gemeinsam haben wir früher ja schon so manche Fernreise gemacht.

Wir fliegen aber nicht zusammen, sondern Gerlind kommt nach und wird mich in Delhi treffen.

Nun kann Indien sich aber auf was gefasst machen!!!

Der Koffer ist bereits gepackt. Das Reisefieber steigt!

Morgen früh geht's endlich los!


Samstag, 10. Oktober 2015

Neugierde

Donnerstag und Samstag habe ich meine Blogadresse allen Freunden, Verwandten und einigen Kollegen gemailt.

Hier beim Datenkraken Google bleibt nichts verborgen, die Aufrufstatistik zeigt deutliche Neugierde, obwohl ich darauf hingewiesen hatte, dass ich noch nichts Interessantes geblogt habe.

Wo kommen eigentlich die Aufrufe aus Frankreich und den USA her?